THOMAS LARCHER – Komponist, Pianist

Larcher steht für ehrliche, authentische Musik. (…) Dieser Komponist bereichert und erstaunt, er ist Utopist und trotzdem immer auch Realist. An ihm ist kein Kalkül, null Inszenierung. Manuel Brug, profil

 

Thomas Larcher gilt als einer der einfallsreichsten und interessantesten Stimmen unter den zeitgenössischen Komponisten. 1963 in Innsbruck geboren, studierte er an der Musikhochschule Wien bei Heinz Medjimorec und Elisabeth Leonskaja (Klavier) sowie bei Erich Urbanner (Komposition). 1994 gründete er in Schwaz in Tirol das Festival Klangspuren, dessen künstlerische Leitung er 2003 niederlegte, um sich vermehrt der Komposition widmen zu können.
Larchers Œuvre umfasst inzwischen neben vier Streichquartetten („Cold Farmer“, „IXXU“, „Madhares“, „lucid dreams“) und mehreren Stücken für andere kammermusikalische Besetzungen (u. a. „My Illness Is The Medicine I Need“, „A Padmore Cycle“, „Die Nacht der Verlorenen“) zwei Klavier-, ein Violinen-, ein Viola- und ein Cello-Konzert sowie Werke für großes Orchester, wie „Red and Green“ oder die drei Symphonien „Alle Tage“ für Bariton und Orchester, „Kenotaph“ und „A Line above the Sky“. Sein erstes Opernwerk, „Das Jagdgewehr“, wurde bei den Bregenzer Festspielen 2018 uraufgeführt.

Larchers Kompositionen entstehen für Musiker wie Semyon Bychkov, Mark Padmore, Matthias Goerne, Jean-Guihen Queyras oder das Belcea Quartet und Klangkörper wie die Wiener Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig oder The San Francisco Symphony. Sein Werk, für das er u. a. mit dem Elise L. Stoeger Prize der Chamber Music Society of Lincoln Center, dem Österreichischen Kunstpreis für Musik, dem Ernst-Krenek-Preis der Stadt Wien, sowie zuletzt mit dem Prix de Composition Musicale der Fondation Prince Pierre de Monaco und dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet worden ist, erscheint bei Schott Music London.

Seine Musik ist auf den drei ECM-CDs „Naunz“ (2001), „IXXU“ (2006) und „Madhares“ (2010), auf „What Becomes“ (harmonia mundi, 2014) sowie auf „Kenotaph“ (Ondine 2021) dokumentiert. Auch seine Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, dem Choc de la musique, dem Choc de Classica und dem Diapason d’or. Für seine letzte CD als Pianist „Hanns Eisler: Ernste Gesänge. Lieder with piano“ (gemeinsam mit Matthias Goerne) wurde er 2013 mit dem Diapason d’or, dem Choc de Classica und dem Diamant d’Opéra Magazine ausgezeichnet.

 September 2021